Aids beenden: Wir sind zu leise!


„Break the Silence“ – breche das Schweigen. Mit diesen Worten eröffnete Shaun Mellors die „LIVING 2016“ – jene Vorkonferenz zur Welt-AIDS-Konferenz in Durban, für die ich mich registriert habe und von der ich euch heute und morgen berichte.

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Wir alle sind zu leise: Vor 16 Jahren – im Juli 2000 – war die Welt schon einmal zu Gast in Durban. Die damalige Welt-AIDS-Konferenz gilt bis heute als Wendepunkt im Kampf gegen Aids und für die Rechte von HIV-Positiven, insbesondere in der sogenannten „Dritten Welt“.

Konnte man damals bei den vorausgegangenen Welt-AIDS-Konferenzen in Vancouver und Genf noch angesichts fehlendem Zugang zu Therapiemöglichkeiten für die „Dritte Welt“ und erschreckender aber nicht repräsentativer Zahlen aus intransparenten Studiensettings von HIV-Infizierten noch mit den Achseln zucken, gelang es vor 16 Jahren hier in Durban der ganzen Welt die Augen zu öffnen. So könne man nicht weitermachen – da war sich die Welt einig – einig darin, dass man nicht einfach zuschauen kann, wie jeder zweite junge Erwachsene in Afrika der Immunschwäche zum Opfer fallen wird.

16 Jahre später ist nun die Welt wieder zu Gast in Durban. Und stellt zehn Minuten nach Kongressbeginn fest: Wir haben das Schweigen gebrochen. Aber wir sind noch nicht laut genug. Zu viele Freunde haben wir an Aids verlieren müssen. Weil Zugang zu Therapien fehlen, weil HIV nach wie vor mit Stigmatisierung und Ausgrenzung behaftet ist, weil wir nicht laut genug sind in unserem Kampf für die Menschen und gegen das Virus.

„Wir müssen lauter sein – weltweit“, nach diesem Satz steht hier der ganze Saal und klatscht, jubelt, schreit, einige singen, andere weinen. Und jedem von uns wird klar: Wir sind nicht laut genug. Wir investieren unsere Zeit – haupt- und ehrenamtlich in diesem Kampf, aber wir sind – gerade in Deutschland – leiser geworden. Viel zu leise.

Es bedarf unseres Aufschreis, unserm „Laut-sein“ um Aids zu besiegen. ENDING AIDS BY 2030 – AIDS bis 2030 zu besiegen: Das ist das Motto unter dem hier die nächsten zehn Tage Wissenschaftler, Ärzte, Hilfsorganisationen und Aids-Aktivisten zusammenkommen.

16 Jahre nach der ersten Konferenz in Durban ist viel passiert. Nicht nur in Deutschland – auch in Afrika der Dritten Welt, wie sie sich hier bezeichnen. Einem Begriff den im vorangegangen Satz zum letzten Mal verwendet habe und fortan aus meinem Wortschatz streiche in der festen Überzeugung das er falsch ist – inhaltlich und in der Art und Weise in der er bei seiner Verwendung eine Spur hinterlässt.

Aids zu beenden ist unser gemeinsames Ziel – in der einzigen Welt in der wir alle leben. Und jeder von uns kann mithelfen dieses Ziel bis 2030 zu erreichen, jeder kann mithelfen laut zu sein, zu erinnern an die vielen die den Kampf gegen Aids verloren haben. Und an die vielen denen dieser Kampf noch bevorsteht.

Seid laut. Seid lauter. Hört nicht auf oder fangt erst richtig an: Lasst uns gemeinsam Aids beenden.

Bitte kommentiert, teilt und schreit mit die nächsten zehn Tage.

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Mehr Infos unter http://www.flosithiv.com und facebook.com/flosithiv #HIV2016

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