Sexwork is work


Gestern Abend war ich auf einem Highlight der Konferenz: der Sex Worker´s Opera.

Ein Theaterstück das von Sexarbeiter_innen und ihren Freund_innen initiert und auf die Bühne gebracht wurde – schon lange habe ich nicht mehr so etwas empowerndes, ergreifendes und lehrreiches gesehen wie dieses Kunstprojekt.

Im ältesten Gewerbe der Welt gibts viele Herausforderungen – und viele tolle Menschen die im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz in Amsterdam für diese Rechte kämpfen. Denn: Sexarbeit ist Arbeit.

In keinem anderen Gewerbe gibt es wohl so viel Voreingenommenheit, Stigmatisierung, falsch verstandene Fürsorge und gleichzeitig so wenig Rechte für die Menschen die diesen Beruf gewählt haben.

Diesen Problemen hat sich das Projekt Sex Workers Opera angenommen und einen 3stündige Initierung auf die Bühne gebracht, die sich mit großen Theaterhäusern in der Qualität auf jeden Fall messen darf.

22 Mitwirkende erzählen ihre Gesichten, singen, tanzen und performern aus der Welt ihrer Arbeit und machen dabei klar: ihre Arbeit ist genausowenig illegal wie jede andere Arbeit auch. Es muss endlich ein Ende damit sein, die Menschen die sich im ältesten Gewerbe der Welt engagieren zu kriminalisieren, sie zu verfolgen, anzuklagen und der Willkür von Polizei und Behörden auszusetzen.

Es fehlt am Schutz für diese Personengruppe – vermeintliche Prositutionsgesetze sind nicht im Sinne der Sexarbeiter_innen. Im Gegenteil: Das „Schwedische Modell“ – ein Gesetz dass fortan die Freier kriminalisiert ist nicht im Sinne der Community: Denn wie sollen Menschen ihre Rechnungen, ihre Miete, den Babysitter bezahlen wenn plötzlich die Nachfrage aus Angst vor Verfolgung kleiner wird.

Wie sieht es mit der eigenen Familie vieler Sexarbeiter_innen aus: Wie akzeptiert werden selbstbestimmte Sexarbeit, wie viel Empowerment, wie viel Freundschaften, wieviel Unterstützung bekommen Menschen aus diesem Bereich?

Mit welchem Recht nehmen sich Staaten raus die in diesem Gewerbe arbeitenden Menschen so zu behandeln? Warum bekommen diese Menschen nicht den gleichen Zugang zur HIV-Medikation wie andere Gruppen?

Es lohnt sich ins Gespräch zu kommen – hier auf der Konferenz oder wann immer es die Möglichkeit gibt:

Nothing about us. Without us.

Gilt auch für Sexarbeit.

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